Atkins Diät – Diätplan, Phasen, Lebensmittel, Vorteile & Nachteile

Bei der Atkins-Diät handelt es sich um eine Phasendiät, wobei der Körper auf die Reduktion der Kohlenhydrate zunächst vorbereitet wird, um anschließend eine lebenslange Erhaltungsdiät einzuführen.

Das Grundprinzip der Diät ist, ein Minimum an Kohlenhydraten (wie Brot, Nudeln, Reis, Zucker, usw.) zu sich zu nehmen, um so den Körper in einen Zustand zu versetzen, in dem Fette zur nötigen Energiegewinnung abgebaut werden.

Wissenschaftliche Grundlagen der Atkins-Diät

Für unser Leben brauchen wir Energie. Der menschliche Körper bedient sich als Erstes der Kohlenhydrate, um diese Energie zu gewinnen. Wenn die Zufuhr dieser Lebensmittelgruppe sehr niedrig gehalten wird, d.h. wenn Sie sehr wenig Kohlenhydrate essen, greift der Körper auf seine Reserven in Form von Fetten zurück. Hier spielt die Leber eine große Rolle. Sie verwertet Fette, indem sie die Fettsäuren in sogenannte Ketonkörper verwandelt. Dieser Prozess nennt sich Ketose.

Stockfoto-ID: 232208176 Copyright: photkas/Bigstockphoto.com

Wichtig: Vielseitige Ernährung
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Da eine funktionstüchtige Leber und andere inneren Organe vorausgesetzt werden, werden Sie angehalten, vor der Durchführung der Atkins-Diät bei Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin einen Gesundheitscheck zu machen. Fragen Sie Ihren Arzt/Ihre Ärztin, ob Ihr Gesundheitszustand (z. B. Ihre Leber) diese Diät erlaubt! Dies hört sich nach Mühe an, ist aber ein Muss! Ansonsten gefährden Sie vielleicht Ihre Gesundheit.

Was darf man essen? – der Diätplan

Der Ernährungsplan der Diät ist streng an den phasenspezifisch erlaubten Mengen von Kohlenhydraten orientiert. So kann man in der ersten Phase (Vorbereitungsphase):

  • Fleisch
  • Eier
  • Soja-Produkte

sowie eine Menge von bis zu 20 Gramm Kohlenhydrate täglich zu sich nehmen, ausschließlich aus:

  • Salat
  • Gemüse (allerdings keine Kartoffeln!)

Die erste Phase dauert zwei Wochen.

Quelle: https://www.gesund-magazin.at/atkins/
In der zweiten Phase, der sogenannten grundlegenden Reduktionsdiät, sollte man diese Menge von 20 Gramm Kohlenhydrate täglich um 5 Gramm erhöhen, und zwar um nährstoffreiche Lebensmittel wie:

  • Nüsse
  • Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, Samen, Beerenobst)

Diese Erhöhung der Kohlenhydratenmenge ist jedoch an die Bedingung geknüpft, dass man weiter abnimmt. Hört der Gewichtsverlust auf oder stagniert er, muss man die 5 Gramm Kohlenhydrate wieder aus dem Diätplan wegnehmen. So findet man eine Menge Kohlenhydrate, die dem Körper so bekommen, dass er auf Dauer abnimmt.
Diese Phase dauert zwischen zwei und acht Wochen.
Die dritte Phase heißt Vorerhaltungsdiät. Das bedeutet, dass der Gewichtsverlust hier um nur noch etwa ein halbes Kilo pro Woche anhält, obwohl man nun auch noch 5 Gramm, also insgesamt 10 Gramm nährstoffreiche Lebensmittel aus der Gruppe der Kohlenhydrate jeden Tag zu sich nehmen darf. Dass weiterhin abgenommen wird, obwohl die Menge der Kohlenhydrate um einiges gesteigert wird, verdankt sich der erfolgreichen Durchführung der ersten zwei Phasen der Atkins-Diät. Dazu mehr im Abschnitt „Hilfestellungen bei der Atkins-Diät“ (s. unten).
Die vierte Phase der Atkins-Diät dauert Ihr Leben lang. Manche lassen sich hier abschrecken. Man hat jedoch das Wunschgewicht durch die erfolgreiche Durchführung der ersten drei Phasen dieser Diät erreicht.

Jetzt geht es nur noch darum, nicht wieder zuzunehmen, sondern weiter das Wunschgewicht zu halten. Dies geschieht so, dass Sie bewusst auf manche Lebensmittel verzichten (s. den unten stehenden Abschnitt „Was darf man nicht essen?“) und sich ernähren mit Lebensmitteln wie:

  • Fisch
  • Gemüse
  • Obst

Was darf man nicht essen?

Die Lebensmittel, die nur in seltenen Ausnahmefällen erlaubt sind und schon gar nicht in den ersten zwei Wochen der Atkins-Diät und auch sonst verboten, sind:

  • Brot
  • Teigwaren
  • Kartoffeln

Hilfestellungen bei der Atkins-Diät

Damit Sie sicher gehen, dass in Ihrem Körper die gewünschte Energiegewinnung aus den Fetten kommt, können Sie mit Hilfe von sogenannten Keto-Sticks in Ihrem Urin feststellen, ob diese Veränderung in Ihrem Körper statt gefunden hat (vergleiche den Abschnitt „Wissenschaftliche Grundlagen der Atkins-Diät“). Diese Sticks sind in den gut ausgestatteten Apotheken erhältlich oder im Internet bestellbar.
Eine weitere Hilfestellung ist eine Kohlenhydrate-Tabelle, aus der Sie Ihre tägliche Menge der zu verzehrenden Speisen bestimmen können.
Es gibt Rezepte für Speisen, die mit wenigen Kohlenhydraten versehen sind. Diese können Sie sich als ein Heft anlegen, bevor Sie mit der Diät starten. Sie müssen aber darauf achten, dass Sie sich weiterhin ausgewogen ernähren und dies in Ihrem Speiseplan berücksichtigen – ohne dass Sie die befohlene Menge an Kohlenhydraten übersteigen.
Es ist empfehlenswert, Vitamine und Minerale in Form von Nahrungsergänzungsmitteln in den Speiseplan zu übernehmen.

Vorteile der Atkins-Diät

Einer der Vorteile der Atkins-Diät ist sicherlich das schnelle Abnehmen, vor allem in den ersten zwei Phasen der Diät, also in den 4-8 Wochen. Im Vergleich zu anderen Diäten, wie z. B. der 90-Tage-Diät, stellen sich die ersten sichtbaren Erfolge schon nach wenigen Tagen ein. Die Waage zeigt am Ende der ersten Woche schon 3 bis 4 Kilo weniger und ab der vierten Woche kann es sein, dass sich ein Besuch im Kaufhaus lohnt, weil die Hose runterhängt.
Ein weiterer Vorteil ist, dass man keine Kalorien zählen muss. Man muss lediglich in die Kohlenhydrate-Tabelle schauen und für die gebotene Menge der täglichen Kohlenhydrate jene Lebensmittel aussuchen, die einem am meisten zusagen.
Der Prozess der Ketose, der sich in den ersten Wochen einstellt, soll ein weiterer Vorteil sein. Dieser Prozess soll nämlich einen Effekt auf unser Hungergefühl haben, und zwar so, dass er das Gefühl verringert. Das ist ähnlich wie beim Fasten.
Durch die fett- und proteinreiche Ernährung wird dieses Hungergefühl zusätzlich runtergeschaltet, denn man darf Käse, Fleisch (sogar Speck!), Milch, Fisch und Eier in unbegrenzter Menge verspeisen, sodass man nicht wirklich hungert.

Nachteile der Atkins-Diät

Sie müssen sich mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin unterhalten, bevor Sie diese Diät beginnen. Möglicherweise bestehen Risiken für Sie, wenn Sie die Atkins-Diät durchführen, sodass Ihr Arzt/Ihre Ärztin Ihnen davon abraten wird. In diesem Fall sollen Sie die Diät auch nicht durchführen!
Es kann aber sein, dass Sie, auch wenn Sie gesund sind, durch diese Diät einige Schäden abbekommen. Richtig gelesen! Wenn Sie zu viel Fett und Eiweiß (Proteine) zu sich nehmen, besteht die Gefahr, dass Ihr Cholesterinspiegel steigt, der zu Herz-Kreislauf-Problemen führen kann.
Ebenfalls kann der Prozess der Ketose zu unangenehmem Mundgeruch, Kopfschmerzen und Verstopfungen führen.
Einige Studien warnen davor, dass während der Ketose noch andere chemische Substanzen entstehen, die sich negativ auf unsere Zellen und Gewebe auswirken können sowie dass der hohe Anteil an Ketonkörpern die Nieren überlasten kann.
Und dann gibt es natürlich die Genussseite, die zu kurz kommt: nie wieder Pizza!

Fazit

Atkins-Diät hat eine bedenkliche Auswirkung auf die Gesundheit. Sie scheint leicht durchführbar, birgt aber Risiken (siehe den Abschnitt „Nachteile der Atkins-Diät“).
Ebenfalls schreckt Sie mit Ihrer letzten Phase viele ab, die sich nicht vorstellen können, bis Ende Ihres Lebens auf Brötchen und Pizza zu verzichten.
Der praktische Nachteil der Diät ist, dass man im Alltag, vor allem bei Berufstätigkeit, nicht immer die Möglichkeit hat, auf Kohlenhydrate zu verzichten. Ein belegtes Käsebrötchen mit einer Tomaten- und Gurkenscheibe und einem Salatblatt, das man bei jeder Bäckerei bekommt, ist gesünder als eine Bratwurst und liegt leichter im Magen! Außerdem versorgt sie uns mit Mineralien und Vitaminen und mit weniger Fett, tierischem Eiweiß (das heutzutage auch unvermeidbar auch viele Hormone und Antibiotika beinhaltet) und Konservierungsmitteln.
Wer dauerhaft und erfolgreich abnehmen will, muss einfach die Energiebilanz ausgleichen. Das bedeutet: mehr verbrauchen, als man „tankt“. Eine sehr gute Möglichkeit dafür ist Sport, vor allem Ausdauersport wie Fahrradfahren, Schwimmen, langsames Joggen oder ein Mannschaftssport wie Fußball, Basketball oder Volleyball.
Viele Ärzte raten gegen die Atkins-Diät. Unser Gehirn „ernährt“ sich nur von Glukose (das einfachste der Kohlenhydrate). Bis die Fette in Glukose umgearbeitet werden, sind wir schlapp, müde und unzufrieden. Dazu die ganzen Gesundheitsrisiken, die weiter oben erwähnt wurden und man kommt schnell zu dem Schluss, dass die Atkins-Diät nicht empfehlenswert ist.

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