Die Ansteckblume für den Bräutigam – Boutonnière

Blumen dürfen auf einer Hochzeit unter keinen Umständen fehlen. Ob Blumendekoration, Brautstrauß oder Ansteckblume: Sie alle sorgen für ganz besondere Akzente. Meist sind es ja die Damen, die Blumen geschenkt bekommen oder sich mit diesen schmücken. Es gibt jedoch ein blumiges Accessoire, das dem Bräutigam vorbehalten ist – die Ansteckblume.

Eine Blume mit besonderer Aussagekraft

Was der Blumenstrauß für die Braut, ist die Ansteckblume für den Bräutigam. Es handelt sich hierbei also um eine Blume, die im Knopfloch des Jackett-Revers getragen wird. Sie wird auch als Boutonnière bezeichnet. Die Blume im Knopfloch war aber nicht immer eine reine Zierde bzw. ein Accessoire für den Bräutigam oder den festlich gekleideten Mann. Einst hatte sie eine sehr starke Aussagekraft. So bestiegen in der Zeit der französischen Revolution Adelige das Schafott zu ihrer Hinrichtung oft mit einer roten Nelke im Knopfloch.Best Man And Groom At Wedding

Dies galt als Zeichen von Unerschrockenheit. Doch die Boutonnière kam auch später noch als Botin zum Einsatz, beispielsweise während der Zeit der Arbeiterbewegung (etwa ab 1840). Bei Demonstrationen oder öffentlichen Versammlungen wurde oft eine rote Nelke getragen, wenn es verboten war Fahnen mit sich zu führen. Wer die rote Blume trug, gab sich als Sozialist oder Kommunist zu erkennen. Anfang des 19. Jahrhunderts trugen die sogenannten Dandys die Boutonnière – als Ausdruck ihres Müßiggangs.

Heute gilt die Blume im Knopfloch von Männern nur noch vereinzelt als ganz persönliches Markenzeichen. Zu den berühmtesten Trägern zählte Nelson Mandela. Bei Festlichkeiten wie Hochzeiten oder Tanzveranstaltungen ist die Ansteckblume aber immer noch ein verbreitetes Phänomen.

Der Brauch, dass der Bräutigam sich mit einer dekorativen Blüte schmückt, stammt aus dem Alten Rom. Es war Anno dazumal üblich, dass die Braut eine Blume aus ihrem Brautstrauß an die Bekleidung Ihres Bräutigams steckte, gewissermaßen als Liebeszeichen.

Worauf muss ich achten?

Haben Sie die Absicht bei Ihrer Hochzeit eine Ansteckblume zu tragen? Dann sollten Sie wissen, dass diese Blume mit Bedacht ausgesucht werden sollte. Es gilt also nicht, sich, ohne lange zu überlegen, einfach irgendeine Blüte ins Knopfloch zu stecken, denn es muss einiges beachtet werden. Damit das Brautpaar auch optisch harmoniert, sollte es sich um eine Blumensorte handeln, die auch im Strauß der Braut zu finden ist. Selbst die Blumen können die Verbundenheit des Brautpaares zum Ausdruck bringen.

Meist wird die gesamte Blumendekoration durch ein bestimmtes Farbschema bestimmt, dies umfasst auch die Blumenaccessoires des Brautpaares. Des Weiteren sollte die Farbpalette hinsichtlich der Blumen natürlich auch zu dem Brautkleid und dem Hochzeitsanzug passen. Die Ansteckblume sollte sich zwar gut vom Hochzeitsanzug abheben, aber nicht zu farbenprächtig sein. Die meisten Jacketts sind auf der linken Seite am Revers mit einem Knopfloch ausgestattet, zu dem sich auf der rechten Seite jedoch kein passender Knopf findet. Genau dies ist der Platz, der für die Boutonnière reserviert ist – sie wird demnach links getragen. Falls Ihr Anzug nun aber keine spezielle Boutonnière-Halterung auf der Rückseite des Revers aufweist, können Sie die Schlaufe einfach nachträglich anbringen lassen. Auf diese Weise wird bester Halt garantiert und der Stoff Ihres Hochzeitsanzuges kommt nicht durch die Spitze der Anstecknadel zu Schaden.

Boutonnière: Welche Blumen eignen sich am besten?

Wie bereits erwähnt, sollte die Ansteckblume unbedingt zum Brautstrauß passen, doch welche Blüten kommen überhaupt in Frage? Es kommt nicht selten vor, dass Bräutigame gleich einen halben Blumenstrauß im Knopfloch tragen, was aber meist zu überladen aussieht. Der Blumenschmuck sollte demnach nicht zu groß sein, denn weniger ist eben auch bei der Boutonnière mehr. Die Ansteckblume sollte insgesamt nicht länger als 10 cm sein. Verzichten Sie unbedingt auf unelegante Gestecke, die am Revers zerren.

In diesem Sinne sollten Sie eine Blume wählen, die nicht zu groß ist. Sie können aber sehr wohl einen grünen Farbtupfer mit ins Spiel bringen, mehr als ein bis zwei kleine Blättchen sollten es jedoch nicht sein. Nelken und Rosen zählen zu den traditionellen Ansteckblumen, es kommt aber auch ein winziges Gewürzsträußchen in Frage. Wichtig ist zudem, dass die Blumen jahreszeitlich passen. So sollten Sie im tiefsten Winter beispielsweise auf Maiglöckchen verzichten. Es gibt aber auch Blumensorten, die im Hochsommer ungeeignet sind, weil sie die Hitze nicht vertragen. Falls Sie mit der Flora nicht ganz so vertraut sind, fragen Sie den Floristen um Rat.

Im Folgenden eine kleine Blumen-Auswahl:

  • Nelke
  • Rose
  • Maiglöckchen
  • Orchidee
  • Lavendel
  • Rosmarin
  • Zwergnarzisse
  • Jasmin.

Jede Farbe hat ihre Bedeutung

Wenn feststeht, welche Blumenart es sein soll, stellt sich noch die Frage nach der Farbe. Wichtig ist, dass der Brautstrauß und die Ansteckblume auch farblich zueinander passen. Grundsätzlich ist jede Farbe möglich, es empfiehlt sich jedoch, nicht zu dunkle Farben zu wählen. Am besten ist es, wenn die Auswahl des Brautstraußes und der Ansteckblume Hand in Hand geht.

Traditionell obliegt es übrigens dem Bräutigam, den Brautstrauß und die Handsträuße für die Brautjungfern zu besorgen. Bedenken Sie, dass der Brautstrauß in Farbe, Form und Stil auf jeden Fall zum Brautkleid, aber auch zu Ihrem Anzug passen sollte.

Wenn Sie beim Kauf des Brautstraußes eine Stoffprobe des Brautkleides und des Hochzeitsanzuges mitnehmen, sind Sie auf der ganz sicheren Seite. Verzichten Sie auf gefärbte Elemente, wie z. B. blaue Rosen. Sie können bei der Farbauswahl auch der Symbolik einen Platz einräumen.

  • Weiß: Reinheit
  • Rot: Liebe
  • Violett: Phantasie und Mystik
  • Gelb: Optimismus und Erleuchtung
  • Orange: Lebendigkeit
  • Rosa: Sinnlichkeit
  • Grün: Hoffnung und Harmonie
  • Blau: Romantik.

Oft trägt auch der Trauzeuge eine Blume als Hochzeitsanstecker. Hierbei sollten Sie beachten, dass dieser sich von der Boutonnière des Bräutigams unterscheidet. Oft werden einfache Blumen verwendet, wie z. B. Nelken, Chrysanthemen oder Schleierkraut. In jedem Fall sollte es vermieden, werden, die Ansteckblume für den Trauzeugen passend zum Brautstrauß zu wählen.

Blumen-Tipps für den Bräutigam im Überblick:

  • Mit Blumen können bei einer Hochzeit ganz besondere Akzente gesetzt werden.
  • Alle Hochzeitsblumen sollten auf die Jahreszeit sowie den allgemeinen Stil und das Farbthema der Hochzeit abgestimmt werden.
  • Was der Blumenstrauß für die Braut, ist die Ansteckblume für den Bräutigam.
  • Die Boutonnière wird im Knopfloch des Jackett-Revers, also links getragen.
  • Die Blumensorte der Boutonnière sollte im Strauß der Braut zu finden sein.
  • Der Brautstrauß und die Ansteckblume sollten auch farblich zueinander passen.
  • Auf gefärbte Blumen sollte verzichtet werden.
  • Die Boutonnière sollte nicht zu groß und insgesamt nicht länger als 10 cm sein.
  • Die Ansteckblume des Trauzeugen sollte sich von der Boutonnière des Bräutigams unterscheiden.
  • Für die Boutonnière kommen nicht ausschließlich echte Blüten in Frage, sondern auch Seidenblumen, Papierblumen oder Blüten aus anderen Materialien.

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