MotoGP auf dem Red Bull Ring in Spielberg

Wer in Österreich herausragenden Motorradrennsport sehen will, der hat nur eine Anlaufstelle: den Red Bull Ring in Spielberg. Er gehört seit 2016 fest ins Programm des MotoGP, in der sich die besten Fahrer der Welt um die Motorrad-Weltmeisterschaft duellieren.

Die Strecke wurde vom deutschen Bauingenieur Hermann Tielke gestaltet, der für zahlreiche andere Rennkurse in aller Welt verantwortlich zeichnet. In Spielberg konnte er auf ein besonderes Charakteristikum zurückgreifen: einen starken Höhenunterschied, der den Fahrern viel abverlangt.

Die größte Steigung auf dem Red Bull Ring beträgt zwölf, das größte Gefälle 9,3 Prozent. Gleich nach dem Start rasen die Motorräder bergauf und müssen kurz darauf scharf abbremsen, um die Spitzkehre zu bewältigen. Im Vollgas geht es dann wieder bergab, anschließend wechseln sich schnelle Passagen mit engen Kurven ab. Die Zuschauer verfolgen das Geschehen von Tribünen aus, die zum Teil auf natürlichen Hügeln errichtet wurden.

Stockfoto-ID: 48557126 Copyright: DannyWilde/Bigstockphoto.com

Vielseitiges Angebot und Veranstaltungen am Red Bull Ring
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Zudem wurde die Rennstrecke wie ein Erlebnispark für Rennsport-Fans konzipiert. In unmittelbarer Nähe gibt es etwa einen Go-Kart-Kurs, mehrere Off-Road-Strecken für Rennradfahrer sowie ein Areal, das fürs Fahrsicherheitstraining mit rasanten Autos und Motorrädern verwendet werden kann. Sehenswert ist auch der fast 15 Meter hohe Bulle mit vergoldeten Hörnern, der neben der Strecke steht. Wer den MotoGP Spielberg besucht, bekommt also definitiv etwas geboten.

Gebaut wurde die Strecke in Spielberg im Jahr 1969. Bereits ein Jahr später fand darauf erstmals der Große Preis von Österreich in der Formel 1 statt. Zu dieser Zeit galt der Kurs als einer der schnellsten der Welt.

Als es jedoch im Jahr 1975 zu einem schweren Unfall mit tödlichem Ausgang kam, wurde der Österreichring, wie die Strecke damals noch hieß, leicht umgebaut und damit sicherer gemacht. Allerdings kam es auch 1987 zu mehreren Unfällen beim Formel-1-Rennen, weshalb die Strecke zunächst aus dem Kalender gestrichen wurde. Nachdem sie 1995 und 1996 erneut umgebaut wurde, war der A1-Ring, wie der Kurs nun hieß, auch für den Motorradrennsport interessant.

Sowohl 1996 als auch 1997 fanden darauf Läufe um die Motorrad-Weltmeisterschaft statt. In der damals höchsten Klasse, der für Motorräder bis 500 cm³, gewann 1996 der Spanier Àlex Crilvillé und 1997 der Australier Mick Doohan – beide auf einer Honda.

Im Jahr 2004 kaufte Red Bull das Gelände und plante den Neubau der Strecke. Aufgrund von politischen Einsprüchen wurde aber nur ein Teil davon abgerissen und damit unbrauchbar gemacht. Erst 2008 wurde mit der Konstruktion eines neuen Kurses in Spielberg begonnen.

Dieser verwendet die alte Westschleife der ursprünglichen Strecke und trägt nun den Namen Red Bull Ring. Nachdem 2014 die Formel 1 nach Spielberg zurückgekehrt ist, fanden zwei Jahre später auch wieder Läufe der Motorrad-WM dort statt. In der inzwischen gegründeten MotoGP-Klasse siegte der Italiener Andrea Iannone auf einer Ducati beim Großen Preis von Österreich 2016. Ein Jahr später war es sein Landsmann Andrea Dovizioso, der ebenfalls auf einer Ducati erfolgreich war. Und 2018 gewann der spanische MotoGP-Fahrer Jorge Lorenzo auf einer Ducati in Spielberg. Hinter Lorenzo belegte der ebenfalls aus Spanien stammende Honda-Fahrer Marc Márquez den zweiten Rang und wurde am Ende der Saison MotoGP-Weltmeister.

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