Polterabend – Tipps zum Poltern – Organisation

Der Begriff „Polterabend“ hat nicht im gesamten deutschsprachigen Raum dieselbe Bedeutung. Was in Österreich der Polterabend ist, ist in Deutschland der Junggesellenabschied. Die Feierlichkeiten, rituale und Bräuche ähneln sich unabhängig von der Region jedoch sehr.

Der zukünftige Bräutigam wird am so genannten letzten Abend in Freiheit mit Spielen und Aufgaben überrascht. Zur Verabschiedung des Junggesellen trägt die komplette Feiergesellschaft zum Polterabend oft einheitliche T-Shirts, die mit lustigen Sprüchen und Motiven versehen werden.

Am Polterabend – da geht’s rund!

Ursprünglich stammt der Polterabend aus dem antiken Griechenland. Ziel war und ist es, dem zukünftigem Bräutigam (und auch der zukünftigen Braut) noch einmal die Gelegenheit zu geben, ausgelassen zu feiern, ohne an den Partner und die damit einhergehenden Verpflichtungen und Gebote zu denken. Dies ist auch der Grund, warum am Polterabend fast immer getrennt gefeiert wird. Men drinking shots in night club

Doch was früher meist nicht mehr war als eine ausgiebige Sauftour, kann heute durch zahlreiche lustige, spannende und actionreiche Komponenten bestechen. In erster Linie geht es darum viel Spaß miteinander zu haben, mit den besten Freunden zu feiern und es sich einfach gut gehen zu lassen. Meist beschränkt sich der Polterabend auf ein Wochenende.

Wer organisiert den Polterabend?

Der Polterabend wird fast immer von den Freunden organisiert und auch bezahlt – der zukünftige Ehemann wird in vielerlei Hinsicht überrascht. Oft wird schon Wochen vorher mit der Planung begonnen. Es gibt inzwischen zwar schon spezialisierte Agenturen und Online-Plattformen, die entsprechendes Zubehör und selbst die Organisation anbieten, dennoch beschäftigt sich in Österreich meist der Freundeskreis mit der Planung.

Oft sind es auch die Trauzeugen, die den Polterabend organisieren. Wenn nicht alle Organisatoren in derselben Stadt leben ist es möglich, sich via E-Mail oder Chat auszutauschen, um ein unvergessliches Fest auf die Beine zu stellen. Und was gibt es bei der Planung zu beachten?

  • Hochzeitstermin: Mit der Planung sollte erst begonnen werden, wenn der Termin der Hochzeit schwarz auf weiß feststeht.
  • Wann? Der Termin des Polterabends muss mit dem Bräutigam – und natürlich auch mit der Braut – abgesprochen werden. Früher war es zwar oft so üblich, den Polterabend einen Tag vor der Hochzeit zu feiern, heute wird davon aber meist abgesehen, um mögliche unerwünschte Nachwirkungen auszuschließen.
  • Wer? Es folgt die Gästeliste: Welche Freunde, Verwandte und auch Bekannte werden eingeladen? Vielleicht kann auch das Erscheinen besonderer Überraschungsgäste organisiert werden, über die sich der Bräutigam besonders freuen würde.
  • Wo? Und dann muss noch die Location festgelegt werden, wobei auch mehr als eine Örtlichkeit in Frage kommt. Es ist auch möglich, den Polterabend mit einem gemeinsamen Kurzurlaub zu verbinden.
  • Was? Was am Polterabend unternommen wird, beispielsweise welche Spiele gespielt werden oder wie die T-Shirts gestaltet werden, bedarf auch einer guten Planung. Wie gesagt: Es sollte doch nicht nur darum gehen, sich einen vor die Binde zu kippen, sondern für Spaß, Spannung und Stimmung zu sorgen.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Früher genügte es den Polterern mit einem Bollerwagen voll Bier durch die zu Stadt ziehen, wobei es mehr oder weniger das einzige Ziel war, den Zukünftigen lächerlich zu machen. Heute sind den Möglichkeiten kaum Grenzen gesetzt – und es geht auch meist darum gemeinsam zu feiern und eine lustige Zeit zu verbringen, als sich auf Kosten des zukünftigen Bräutigams zu amüsieren. Der Trend geht dahin, dass der Junggeselle nicht mehr bloßgestellt wird und dass darauf geachtet wird, was dieser gerne macht.

Der Polterabend wird also in erster Linie individuell auf den zukünftigen Ehemann abgestimmt. Zunächst sollten die Organisatoren sich also überlegen, wie sie dem Junggesellen eine Freude machen könnten, welche Interessen er hat, welche Spiele ihm Spaß machen könnten und was mit seiner Lebensauffassung konform geht. Meist wird am Polterabend ein Lokal nach dem anderen abgeklappert, Kontakt zu hübschen Mädels gesucht und kurz gesagt: ein Fass aufgerissen.

Doch vielleicht trinkt der zukünftige Bräutigam keinen Alkohol, vielleicht ist er freizügigen Spielen oder einer Striptease-Show abgeneigt und verbringt seine Freizeit ungern in verrauchten Kneipen.

Doch ein Polterabend kann auch zu Hause und im kleinen Kreis stattfinden, so kann beispielsweise eine Grillfete, ein Pokerabend oder eine „Polter-Lan-Party“ organisiert werden – wichtig ist, dass der Junggeselle sich damit identifizieren kann und nicht nur die geladenen Gäste ihren Spaß haben. In Folge einige Ideen und Anregungen für Spiele und Aktionen:

  • Karaoke: Nach ein paar gut gemixten Cocktails findet sich schnell jemand, der anfängt und dann ziehen meist alle nach. Will der zukünftige Bräutigam nicht singen, hat er dennoch seinen Spaß daran, den anderen, vor allem den untalentierten Sängern zuzuhören. „Singstar“ von Playstation ist sehr zu empfehlen.
  • Verkleidung/Motto: Der Polterabend wird unter ein bestimmtes Motto gestellt – der Zukünftige und die Gäste verkleiden sich dementsprechend. Das Motto kann irgendwie mit dem zukünftigen Ehepaar oder auch nur mit dem Junggesellen zu tun haben.
  • Verkaufsspiele: Es gibt sehr unterschiedliche Varianten, prinzipiell werden irgendwelche Dinge ausgesucht (z. B. Kondome, Kugelschreiber, Süßigkeiten, Strümpfe oder Unterhosen) und der Bräutigam muss diese dann verkaufen.
    Quiz: Der Zukünftige bekommt verschiedene Fragen zu seiner Partnerin gestellt. Fällt die Antwort falsch aus, wird ein Schnapersl fällig. Meist gilt: Je intimer die Fragen, desto lustiger das Quiz.
  • T-Shirt Spiele: Der Junggeselle trägt ein T-Shirt, bedruckt mit dem Bild seiner Angebeteten, und muss nun eine gewisse Anzahl an Frauen finden, die auf der Rückseite ihre Stimme abgeben – positiv oder auch negativ. Oder der zukünftige Bräutigam trägt ein weißes T-Shirt und muss mit einem Lippenstift bewaffnet eine gewisse Anzahl an Frauen dazu bringen, einen Kussabdruck darauf zu hinterlassen.
  • Klotz am Bein: Dem Zukünftigen wird ein möglichst großer Holzscheit mit einem Seil an den Fuß gebunden, der mit Fotos von seiner baldigen Braut beklebt und verziert ist.
  • Telefonnummern sammeln: Der Junggeselle muss in einer vorgegebenen Zeit eine bestimmte Anzahl von Telefonnummern von Frauen bekommen. Wie er dies anstellt, bleibt ganz ihm selbst überlassen. Durch jede ergatterte Telefonnummer gelangt ein bestimmter Betrag in die Polterabendkasse.
  • Limousine: Der zukünftige Bräutigam wird mit einer exklusiven Limousine von zu Hause abgeholt und von einem Ort zum nächsten kutschiert.
  • Sport: Ist der Junggeselle ein begeisterter Sportler, kann ein Ausflug unternommen werden, wobei eine besondere Herausforderung auf ihn wartet. Zur Auswahl stehen z. B. Bungee-Jumping, Bootstour oder Fallschirmspringen.
  • Partyreise: Es kann auch ein Kurztrip im In- oder Ausland organisiert werden – das Reiseziel sollte den Wünschen des zukünftigen Ehemanns entsprechen. Ob Mallorca, Amsterdam oder ein Wochenende auf einer Hütte – fern dem Alltagstrott lässt es sich gleich doppelt gut feiern.

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