Was braucht man für den eigenen Salzwasserpool? – Tipps

Vor kurzem hab ich unseren Swimmingpool auf den Betrieb mit Salzwasser umgestellt. Die ganze Chemie und das Chlor sind mir auf die Nerven gegangen.

Im Zug der Vorbereitung habe ich mich schlau gemacht, ob ich das mit dem Folienbecken und der vorhandenen Pumpanlage überhaupt machen kann.

Keine Einbauteile aus Stahl und Eisen

Das Folienbecken hat sich als ideal herausgestellt, da ein Becken mit Stahlwänden vom Salzwasser sofort angegriffen wird. Auch ein gefliestes Becken sollte keine Probleme machen. Lediglich die Metallverkleidung der Einlaufdüsen wurde durch Kunststoffblenden ausgetauscht. Die halbrunde Treppe ist Gott sei Dank aus Kunststoff, sonst wär die Umrüstung auch nicht möglich gewesen, da die Treppe fast die gesamte Breite des Beckens beansprucht.

Einlaufdüse und Scheinwerfer mit Kunststoffgehäuse

Die Pumpe ist zwar offiziell nicht als Salzwasserpumpe ausgewiesen aber der Hersteller hat gemeint ich könnte sei verwenden. Das Laufrad der Pumpe sollte das salzige Wasser aushalten solange die Konzentration nicht übermäßig hoch ist… na, schauen wir mal! Bis jetzt funktioniert’s!

Elektrolyse muss nachgerüstet werden

Eine Elektrolyse musste in das Leitungssystem nach der Pumpe eingebaut werden.

Das Wasser wird in einem gewissen Bereich unter Spannung gesetzt und dadurch wird Chlor aus dem Salz gelöst (Salz hat ja die chemische Formel NaCl). Das Ding kostet zwar ca. € 700,- aber damit wird jede Zugabe von Chlor während der Badesaison überflüssig. Der Sack (á 25 kg) kostet mich ungefähr € 9.-, bei einem Bedarf von 10 Säcken pro Jahr kommt mir das auf € 90.- für die Poolchemie.

Steuergerät und Leiterstrecke für die Elektrolyse

Ich habe ganz normales Gewerbesalz gekauft um es in den Pool zu geben. Eine Konzentration von 0,3 % – 0,35 % soll erreicht werden.

Den Salzgehalt überwache ich mit Teststreifen, die sind ähnlich wie die Teststreifen für den Ph-Wert.
Eine automatische Salzungsanlage hab ich mir zwar überlegt aber die war mir dann doch zu teuer. Den Salzgehalt muss ich so wie so überprüfen, da kann ich auch das Salz mit der Hand in’s Wasser geben. Die Anlage macht ja auch nichts anderes.

Etwas Chemie braucht man dann doch

Ganz ohne Chemie geht’s dann doch nicht! Algizid und Ph-Wert-Senker brauch zwar immer noch aber im Vergleich zu Chlorwasser brauch etwa ein Drittel weniger von dem Zeug. Auch einen Chlorreiniger hab ich mir behalten, denn der hilft beim Frühjahrsputz erheblich.

teststreifen

Teststreifen für den Test des Salzgehalts des Wassers

Wie schon erwähnt spar ich mir Geld für Chlor und sonstige Chemikalien. Die Pumpenlaufzeit ist mit 12 Stunden gleich geblieben. Ein Problem hat sich gleich nach dem ersten Winter ergeben: Die Laufrollen das verschiebbaren Daches sind eingegangen.

Das Salz im Wasser hat die Lager der Rollen zerfressen aber der Hersteller hat diese auf Garantie ausgetauscht. Sonst entstehen da und dort ein paar Salzflecken an den Scheiben des Daches aber allen Leuten mit Hautproblemen kann ich einen Salzwasserpool nur ans Herz legen.

Einwintern von einem Salzwasser-Pool

Auf eines darf man bei den Reinigungsarbeiten und beim Einwintern des Pools nicht vergessen: Alle Teile die sich bewegen, Ventile und vor allem die Pumpe müssen gründlich mit Süßwasser gespült werden. Sie werden sonst verlegt und fressen sich fest!

Alles in allem überwiegen aber die Vorteile und nach dem ersten Jahr muss ich sagen, dass ich sehr zufrieden bin und diese Methode der Entkeimung nur weiterempfehlen kann.

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