Trauzeuge – Aufgaben und Vorbereitungen

Heutzutage sind Trauzeugen für eine Trauung zwar rechtlich nicht mehr zwingend nötig, dennoch will auf sie zumeist nicht verzichtet werden. Den meisten Brautpaaren ist es besonders wichtig, dass den besten Freunden oder Geschwistern eine besondere Rolle zugesprochen wird.

Was ein Trauzeuge ist, ist allseits bekannt. Welche Aufgaben ihm zukommen, ist jedoch vielfach ein Rätsel. Trauzeugen übernehmen in Bezug auf eine Eheschließung jedenfalls eine gewisse Verantwortung, wodurch sie sich von den restlichen Hochzeitsgästen unterscheiden. Doch auch nach der Hochzeit nimmt der Trauzeuge eine besondere Position ein.

Die rechtliche Situation – früher und heute

Nach wie vor ist der Trauzeuge bei der Eheschließung anwesend und bezeugt diesen Rechtsakt durch seine Unterschrift. Im Laufe der Zeit hat sich seine Rolle aber verändert. Einst kam den Trauzeugen bei der Eheschließung eine zentrale Bedeutung zu – vielmehr war eine Heirat ohne sie gar nicht möglich. Der Grund liegt in der Tatsache verborgen, dass der Staat bis zum 19. Jahrhundert nicht für die Eheschließung zuständig war. Eine Trauung war demnach eine rein kirchliche Angelegenheit.

Freundschaft

Freundschaft

Kam es zum Streitfall, konnten die Trauzeugen bestätigen, dass in der Tat ein Eheversprechen abgegeben wurde. In Deutschland sind nun seit dem 1. Juli 1998 keine Zeugen mehr vorgeschrieben. Nach §1312 BGB können von den Brautleuten jedoch bis zu zwei benannt werden.

In Österreich sind jedoch nach wie vor zwei Trauzeugen vorgeschrieben. Wenn aber beide Verlobten es erklären, kann seit 1. November 2013 laut § 18 Abs. 3 Personenstandsgesetz 2013 (PStG 2013) die Trauung ohne oder mit nur einem Trauzeugen vorgenommen werden. Doch obgleich heute auch ohne Zeugen geheiratet werden kann, handelt sich hier nach wie vor um einen Brauch, der tief im Gedächtnis verankert ist. Meist wird ein Trauzeuge von der Braut und ein weiterer vom Bräutigam bestimmt.

Was wird vom Trauzeugen erwartet?

Die Trauzeugen spielen nicht erst während der Trauung, sondern schon vor, aber auch nach der Hochzeit eine wesentliche Rolle. Was von den Trauzeugen erwartet wird, kann aber von Land zu Land und sogar von Region zu Region sehr unterschiedlich sein.

Es gibt demnach keine allgemein gültigen Regeln, was ein Trauzeuge machen sollte oder muss. Grundsätzlich kann aber gesagt werden, dass die Trauzeugen dem Brautpaar ab ihrer Benennung vor, während und nach der Hochzeit unterstützend zur Seite stehen. Es folgt ein kleiner Überblick auf die üblichen Aufgaben des Trauzeugen bzw. der Trauzeugin:

Vor der Hochzeit:

  • Mithilfe bei der Hochzeitsplanung
  • Unterstützung bei den Hochzeitsvorbereitungen
  • Überwachung der Geschenkeliste
  • Organisation des Polterabends
  • Aufbewahrung der Eheringe

Während der Hochzeit:

  • Anwesenheit bei der Trauung
  • Überreichen der Eheringe
  • Bezeugung des Rechtsaktes durch seine Unterschrift
  • Rede
  • Brautentführung

Nach der Hochzeit:

  • Vertrauenspersonen des Brautpaares
  • Betreuung des Hauses / der Wohnung des Brautpaares, wenn es verreist
  • Flitterwochen: Brautpaar zum Flughafen / Bahnhof chauffieren
  • Ratschläge geben im Falle einer Ehekrise
  • Vermittlerrolle einnehmen

Welche Aufgabe hat der Trauzeuge vor der Hochzeit?

Traditionell / rechtlich betrachtet, kommt dem Trauzeugen während der Eheschließung die wichtigste Aufgabe zu – er fungiert als Zeuge. Dennoch zeigen sich die meisten Trauzeugen schon vor der Hochzeit hilfreich und unterstützen das Brautpaar, wo sie können. Hierbei handelt es sich keineswegs um eine Pflicht, die wahrgenommen werden muss, sondern um eine freiwillige Hilfestellung.

Vor der Hochzeit kommen dem Trauzeugen beispielsweise bestimmte Aufgaben im Rahmen der Hochzeitsvorbereitungen zu. Meist übergibt der Bräutigam seinem Trauzeugen kleine Aufgaben oder fragt ihn um Rat. So kann der Trauzeuge bei der Auswahl des Hochzeitsoutfits behilflich sein, sich um die Einladungskarten kümmern, die Geschenkeliste organisieren, die Tischdekoration übernehmen oder auch das Finger-Food in die Hand nehmen. Des Weiteren kann der Trauzeuge die Hochzeitsspiele planen oder Überraschungen für das Brautpaar organisieren.

Doch es gibt auch Trauzeugen-Aufgaben, die nicht direkt etwas mit der Hochzeitsfeier zu tun haben, beispielsweise die Organisation der Hotelzimmer für einige Gäste, deren Transport vom Flughafen oder Bahnhof oder Preisvergleiche. Eine weitere Aufgabe des Trauzeugen ist die Planung und Durchführung des Polterabends, der meist ein bis zwei Wochen vor der Hochzeit stattfindet. Es müssen alle Freunde des Bräutigams darüber informiert werden und es muss eine Location ausfindig gemacht werden. Die Aufbewahrung der Eheringe zählt zu den wichtigsten und verantwortungsvollen Aufgaben vor der Hochzeit.

Welche Aufgabe hat der Trauzeuge während der Hochzeit (Eheschließung und Feier)?

Der Trauzeuge ist bei der Trauung anwesend und unterschreibt auch das Traudokument. Heute kann das Amt des Trauzeugen als eine Ehrenaufgabe betrachtet werden, die sich auf die Anwesenheit bei der standesamtlichen und / oder kirchlichen Hochzeit beschränken kann. Dennoch übernimmt er im Zusammenhang mit der Heirat meist auch andere Aufgaben – so ist er oft der Herr der Ringe. Er behält sie bis zur Trauung bei sich und gibt sie dann bei der Eheschließung im richtigen Moment an den Bräutigam bzw. das Brautpaar weiter. Nach der Eheschließung wacht der Trauzeuge mit Argusaugen über das Hochzeitsfest.

Er gibt Acht, dass alles nach Plan verläuft, und sollte es zu irgendwelchen Störungen kommen, versucht er diese zu beseitigen. Ziel ist es, dass sich das Brautpaar ganz und gar auf die Festlichkeiten konzentrieren kann und mit keinerlei Problemen konfrontiert wird. So ist der Trauzeuge beispielsweise bei der Koordination von Zulieferern und Dienstleistern behilflich, versieht die Hochzeitsgeschenke mit den passenden Namen, behält das Brautpaar im Auge, agiert eventuell als Streitschlichter, bringt die Feier in Schwung, koordiniert die Hochzeitsspiele und animiert alle Gäste zum Tanzen.

Traditionell hält der Trauzeuge nach den Eltern des Brautpaares auch eine Glückwunschrede bei der Feier. Die Trauzeugenrede sollte speziell auf das Brautpaar und die Hochzeit angepasst sein. Die Entführung der Braut ist eine alte Tradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Hier kann der Trauzeuge des Bräutigams seine Hand mit im Spiel haben, wobei ihm die Aufgabe zufällt, sich gut um die Braut zu kümmern oder dem Bräutigam dabei zu helfen, seine entführte Braut wieder zu finden.

Welche Aufgabe hat der Trauzeuge nach der Hochzeit?

Hat sich die Hochzeitsfeier ihrem Ende zugeneigt, kann der Trauzeuge sich darum kümmern, dass das Brautpaar sicher zu Hause ankommt. Sollten die Frischvermählten sofort in die Flitterwochen starten, kümmert sich der Trauzeuge darum, dass sie zum Bahnhof oder Flugplatz gebracht werden. Des Weiteren kümmert er sich nach dem Fest bei Bedarf auch darum, dass die Aufräumarbeiten gut verlaufen.

Ist das Brautpaar verreist, übernimmt der Trauzeuge die Überwachung ihres Hauses bzw. ihrer Wohnung. Er versorgt die Tiere und Pflanzen, kümmert sich um die Post und schaut nach dem Rechten. Wird die Aufgabe des Trauzeugen wirklich ernstgenommen, währt sein „Ehrenamt“, solange die Ehe dauert – im besten Fall ein ganzes Leben lang.

Er steht dem Bräutigam und auch der Braut stets hilfreich zur Seite, gibt gute Ratschläge, wenn einmal die Funken fliegen und fungiert gewissermaßen als Vermittler zwischen den Eheleuten. Erweist sich der Trauzeuge auch noch nach vielen Jahren als guter Ratgeber und Vertrauensperson, dann hat er alles richtig gemacht.

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